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from Auf Schneeschuhen durch Grönland Band 1 by Fridtjof Nansen — automated transcript, may contain recognition errors.

Abschnitt 2, aus Auf Schneeschuhen durch Grönland, Band 1. Dies ist eine LiebeWox-Aufnahme. Alle LiebeWox-Aufnahmen sind lizenzfrei und in öffentlichem Besitz. Weitere Informationen und Hinweise zur Beteiligung bei diesem Projekt gibt es auf LiebeWox.org. Auf Schneeschuhen durch Grönland, Band 1, von Fridtjof Lansen, übersetzt von Mathilde Mann, Kapitel 1, Einleitung Teil 2.

Ich konnte indessen nur Leute gebrauchen, die mir dem Schneeschuhlauft vertraut und die als energische, ausdauernde Menschen bekannt waren. Ich wählte folgende Norweger. Otto Sveartrup, früheren Schiffskapitän, Olof Dietrichsson, damals Premierleutnant, jetzt Kapitän bei der norwegischen Infanterie, und Christian Christian Sint-Rana, einer norwegischen Bauernbusch. Da ich ursprünglich die Absicht hatte, Rentiere mitzunehmen und da ich glaubte, Nutzen aus dem angeborenen Ort sind der Naturvölker, sowie ihrer Gabe, sich in alle möglichen Lagen des Lebens zu finden, ziehen zu können, so schrieb ich an ein paar mir empfohlene Männer in Finnmarken und fragte an, ob sie mir ein paar Berglappen verschaffen könnten, die geneigt seien mitzukommen.

Ich fügte hinzu, dass es mutige Leute sein müssten, bekannt als besonders ausdauernd und geeignet, sich auf unbekannten Terrain zurechtzufinden. Auch müssten sie von vornherein völlig über die Gefahr vor der Natur des Vorhams unterrichtet sein. Es müsse ihnen eingeschärft werden, dass ebenso viel Aussicht vorhanden sei, dass sie nicht zurückkehrten, als dass sie ihre Heimat glücklich wieder erreichen. Ferner müssten es unverheiratete Leute in einem Alter zwischen 30 und 40 Jahren sein, da ich glaube, dass Körper wie Geist in dem Alter am widerstandsfähigsten und geeignet sind für ein solches Unternehmen sein. Es währte lange, ehe Antwort auf meine Vorfrage kam.

Die Post gelangt nicht schnell zu den Brunnen Finnmarkens. Nur alle vierzehn Tage kommt sie mittels einer Rentierpost über das Gebirge zu ihnen. Endlich, als die Zeit bereits drängte, erhielt ich die Antwort, ich könne zwei tüchtige Kerle aus Karasjok bekommen, wenn ich gut bezahlen wolle. Ich ging so ungefähr auf ihre Forderungen ein und telegrafierte, dass sie bald möglichst kommen müssten. Dann erhielt ich die Nachricht, sie seien unterwegs und würden den und den Tag eintreffen.

Ich war natürlich sehr gespannt darauf, sie zu sehen. An einem Sonnenabendabend wurden sie erwartet. Es waren Leute am Bahnhof, um sie in Empfang zu nehmen und sie in ihr Logis zu führen. Aber keine Lappen kamen. Auch am Sonntag kamen sie nicht.

Niemand konnte begreifen, was aus ihnen geworden war. Endlich am Montag hieß es, nun seien sie angekommen. Und wirklich, sie waren gekommen, mit dem gemischten Güterzug statt mit dem Eilzug. Ich eilte nach ihrem Logis und kam in ihr Zimmer. Mitten in demselben stand ein junger, hübscher Mann, mit einem beinahe mehr finnischen als lapländischem Aussehen.

Hinten in einer Ecke saß ein alter Mann mit langem, schwarzem Haar, das ihm über die Schultern hing. Er war klein von Wuchs, sah aber noch kleiner aus, wie er da zusammengekrochen auf einer Kiste saß. Er hatte ein stärkeres, lapländisches Äußere als der Junge. Auf ihn passte völlig die Beschreibung des Peter Das. 1685 von den Lappen gibt. Das Volk, das ist von ganz eigener Natur, kurzbeinig im Wuchs und von Kräftgerstatur.

Es gleicht auf ein Haar den Swergen. Mit klugem Auge, das gar scharfweiß zu schauen, von Andets Farbe, ganz gelblich und braun, schwitzkinnig mit länglichen Kiefern. Als ich eintrat, neigte er den Kopf und kreuzte die Arme auf morgenländische Weise. Der Junge grüßte auf ganz gewöhnliche Art. Der Alte konnte nur wenig Norwegisch, deswegen mußte ich mit dem Jungen sprechen.

Ich fragte, ob sie sich wohl befänden, und deshalb sie mit dem langsamen Zuge gekommen seien. Ja, sie hätten es nicht besser gewußt, und dann sei es mit dem Zuge ein paar Krone billiger gewesen. Wie alt seid ihr denn? Ich bin 26 Jahre alt, und er dort, Ravna, ist 45 Jahre. Das war denn doch eine merkwürdige Geschichte.

Ich hatte ausdrücklich betont, dass sie zwischen 30 und 40 Jahre alt sein sollten. Ihr seid beide Berglappen? Nein, nur Ravna ist Berglappe. Ich bin in Karasjok ansässig. Noch schlimmer.

Ich hatte Ausbedungen, dass es Berglappen sein sollten. Aber seid ihr denn gar nicht bange davor, die Reise zu unternehmen? Ja, wir ängstigen uns sehr. Man hat uns unterwegs gesagt, die Expedition sei so gefährlich, dass wir wohl nicht lebendig wieder nach Hause kämen, und deshalb sind wir so bange geworden. Aber das war denn doch zu arg.

Sie waren nicht einmal von dem in Kenntnis gesetzt worden, worauf sie eingingen, die armen Menschen. Ich hatte die größte Lust, sie gleich wieder nach Hause zu schicken, aber jetzt war es zu spät, andere Leute zu verschreiben. Ich mußte sie behalten. Deshalb war es das Beste, sie zu trösten, so gut ich konnte, und ihnen zu sagen, dass das, was die Leute redeten, Unsinn sei. Ihnen zu und im Voraus den Mut zu nehmen, hatte gar keinen Zweck.

Sie konnten ihn ohne die schnell genug verlieren. Wenn sie auch nicht so stark und ausdauernd aussahen, wie ich es gewünscht hatte, so machten sie doch den Eindruck von Herzens guten, zuverlässigen Menschen. Und dass sie das waren, haben sie in vollem Maße bewiesen, und in Hinsicht auf ihre Ausdauer, ließen sie nichts zu wünschen übrig. Als Naturvolk betrachtet, hatte ich von ihnen übrigens bei weitem nicht den Erwünschen nutzen. So wurden sie beispielsweise zu Rekognostierungen überall nicht verwendet.

In einer Schilderung, welche Balto von der ganzen Fahrt gemacht hat, fährt er, nachdem er von seiner Reise von Finn Marken erzielt, und wie ihnen die Leute unterwegs allen Mut genommen hätten, indem sie mich als einen ganz verrückten Menschen darstellten, folgendermaßen fort. Fußnote Auf meine Aufforderung hinschrieb Balto nach unserer Rückkehr den folgenden Bericht in labländischer Sprache. Professor Fries hat freundlichst einige Teile davon übersetzt, und die Übersetzung ist so wortgetreu wie möglich gehalten.

Ende der Fußnote Am 14. April reisten wir von Trondheim und kamen am 16. April nach Christianen. Nansen hatte einen Mann nach dem Bahnhof geschickt, um uns in Empfang zu nehmen, nämlich Smerdrup. Er kam zu uns und fragte, seid ihr die beiden Männer, die mit Nansen wollen? Wir antworteten, dass wir es seien.

Smerdrup erzählte, dass auch er einer von denen sei, die mit Nansen wollten, und er erzählte, dass er ausgegangen sei, um uns zu empfangen. Kommt jetzt mit mir, und wir gingen mit ihm, und er führte uns in ein Hotel, das in der Trebutgarde Nummer 30 liegt. Nach Verlauf einer Stunde kamen Nansen und die Trixon, um uns zu begrüßen. Es war überaus herrlich und wunderbar, als wir diesen, unseren fremden Herrn zu sehen bekamen, nämlich Nansen. Er war uns fremd, aber sein Anblitz schien uns entgegen, als sei es das Anblitz unserer zurückgebliebenen Eltern gewesen.

So schön kam es mir vor, und so war auch sein an uns gerichteter Willkommensgruß. Alle die fremden Leute in der Stadt waren sehr gut und freundschaftlich gegen uns lappen, während der ganzen Zeit, die wir in Christiana waren. Von der Zeit an wurden wir noch vergnügter, und das war sehr angenehm für uns. Da wir uns nun durch dieses ganze Buch hindurch mit diesen fünf Menschen beschäftigen sollen, wäre es vielleicht ganz angebracht, sie einzeln vorzustellen. Wir wollen mit den Norwegern anfangen und sie dem Alter nach vorführen.

Otto Neumann Seerdrup wurde am 31. Oktober 1855 auf dem Hofe Haastad in Bindalen auf Hegeland geboren. Sein Vater war der Wald- und Hofbesitzer Ulrik Seerdrup, und seine Mutter war Petra Knob. In einer rauen Natur geboren und von Kindheit anderem gewöhnt, sich in allen möglichen Beschäftigungen und in allem möglichen Wetter, in Wäldern und auf Bergen umherzutreiben, lernte er früh für sich selbst sorgen und auf eigenen Füßen stehen. Er war noch ein kleiner Knabe, als er anfing, auf Skischoen zu laufen, und dass sich in einem so unkultivierten Distrikt wie in Bindalen die beste Gelegenheit findet, sich zu einem mutigen und unerschrockenen Skiläufer auszubilden, liegt auf der Hand.

Mit zehn Jahren erhielt er eine Flinte. Und von der Zeit an streifte er stets auf Jagdausflügen umher, im Winter auf Schneeschuhen, im Frühling auf der Auerhahn und im Herbst auf der Wehrenjagd. Er wurde nicht in die Stadt geschickt, um zur Schule zu gehen, sondern er hatte einen Hauslehrer. Eine besondere Vorliebe für Bücher scheint er jedoch niemals gehabt zu haben. Mit 17 Jahren ging er zur See und reiste dann während vieler Jahre teils mit norwegischen, teils mit amerikanischen Schiffen.

Im Jahre 1878 machte er seinen Steuermannsexamen in Christiana und wurde dann mehrere Jahre als Steuermann. Als solcher erlitt er vor einigen Jahren mit einem norwegischen Schoner an der Westküste von Schottland Schiffbruch. Bei dieser Gelegenheit zeigte er so recht, welcher Kern in ihm steckte, denn es ist hauptsächlich seiner Besonnenheit und Schneidigkeit zu verdanken, dass die Mannschaft gerettet wurde. Einen Schoner und ein Dampfschiff führte er als Kapitän, ein Jahr lang auch mit einem Fischgutter an der Nordlandsküste. Vor einer Reihe von Jahren geschah es, dass man in Güteburg einen Führer für Nordenfelds unterseeisches Boot suchte, das über die Nordsee nach England geführt werden sollte.

Man setzte eine Belohnung für denjenigen aus, der dies gefahrvolle Amt übernehmen wolle, aber es fand sich niemand, der es wagte. Da kam Sveaerdruck zufällig dorthin und er bot sich gleich dazu. Er überredete einen Vetter als Maschinist mitzugehen, und diese beiden wollten es übernehmen, das unsichere Fahrzeug, das noch niemand auf größere Entfernungen versucht hatte, nach England zu führen. Ja, Sveaerdruck meinte, es sei ein wahrer Sport. Aber dann, im letzten Augenblick, änderten die Unternehmer ihren Entschluss und ließen das Boot über die See buxieren.

Während der letzten Jahre hat sich Otto Sveaerdruck größtenteils auf dem Gute seines Vaters aufgehalten, der vor ungefähr elf Jahren seinen Besitz in Vindalen verkauft und sich weiter südwärts auf Trana, Westenkiar, angesiedelt hatte. Hier beschäftigte er sich bald mit dem einen, bald mit dem anderen, bald stand er dem Forstwesen, bald dem Flößen des Holzes vor, bald war er Schmied, bald ging er auf Fischfang aus, und überall war er der Erste. Sein liebster Zeitvertreib war es, in stürmischem Wetter in einem Nordlandsboot auszusegeln, wenn das Boot mit vierfach gereften Segeln die schäumende Brandung durchschnitt, ganz so, wie es bei Peder das heißt. Gebt acht auf die Schote, schöpfkell in die Faust, das Auge im Wind, stemmt gegen das Seil, seid schnell und geschwind. Da gefiel Sveaerdruck das Dasein.

Dass ein solcher Mann für eine Exposition wie geschaffen war, ist selbstverständlich. Durch sein bewegtes, vielseitiges Leben hatte er gelernt, sich in allen schwierigen Lagen zurechtzufinden. Stets war er ruhig, immer wusste er Rat. Olaf Christian Dietrichsson wurde am 31. Mai 1856 in Skogen bei Levanger geboren. Sein Vater war der Kreisarzt Peder Wilhelm Kredahl Dietrichsson und seine Mutter Kanuta Pauline Tiglevine Duhl.

Er genoss eine strenge Erziehung und wurde früh zu männlicher Tätigkeit angehalten und an das Leben in freier Luft gewöhnt. Sein Schulweg bis Levanger, wo er bis 1873 die Schule besuchte, betrug fast eine deutsche Meile. Später kam er ein Jahr auf Trondjens-Latteinschule und von dort nach Christiana auf die Mariborgardensschule, wo er bis 1876 blieb. Dann nahm er ein Jahr lang Privatstunden und wurde 1877 Kadett. Als solcher kam er in die Mittelste, die sogenannte Zweite, Klasse der damals aus fünf Klassen bestehenden Kriegsschule.

Im Jahre 1880 wurde er zum Offizier, im Februar 1882 zum Sekondeleutnant und im Sommer 1890 zum Kapitän in der Trondjenschen Brigade anannt. 1886 wurde er Premierleutnant in derselben Brigade. In den Wintersemestern, 1882 bis 1884, machte er die Zentraltonschule in Christiana durch und bildete sich zum Lehrer in der Gymnastik und Waffenführung aus. Im Jahre 1887 wurde er als Höfstlehrer bei dieser Schule angestellt. Dietrichsson hatte sich sein Leben lang auf das Eifrigste mit allen körperlichen Übungen beschäftigt.

Von Natur hat er einen starken, wohlproportionierten Körper, der durch gute Erziehung stets abgehärtet und entwickelt worden ist. In den späteren Jahren hat er jeden Winter lange Schneeschuh-Touren durch die verschiedenen norwegischen Berggegenden gemacht. Er hat auf seinen Schneeschuhn fast alle Tiler zwischen Skeen und Trondjem durchwandert und es gibt wohl kaum jemand, der so viel von Norwegen zur Winterszeit gesehen hat, wie er. Auf der Expedition gereichten uns die Kenntnisse, die er durch seine militärische Ausbildung erworben hatte, zu großen Nutzen. Er übernahm fast ausschließlich die Führung des meteorologischen Tagebuchs, wie auch die ausgeführten Landmessungen und die angefertigten Karten sein Verdienst sind.

Mit Selbstaufopferung und großem Eifer unterzog er sich diese Arbeit, die umso anerkennenswerter ist, wenn man bedenkt, unter welchen Verhältnissen er arbeitete. Vollauf kann das wohl nur derjenige verstehen, der es versucht hat, bei einer Temperatur von minus 30, seine Beobachtungen zu machen und sein meteorologisches Tagebuch genau und pünktlich wie gewöhnlich zu führen, selbst wenn man todmüde ist und wenn von allen Seiten der Untergang droht oder zu schreiben, wenn die Finger so vor den Frost angeschwollen sind, dass man kaum einen Bleistift halten kann. Ja, dazu gehört wahrlich mehr als das gewöhnliche Maß von Energie und Charakter. Christian, Christiansen, Trana war nicht mehr als 24 Jahre alt, als er sich der Expedition anschloss.

Dies ist freilich ein bedeutend geringeres Alter, als wie ich es zu der gleichen Strapaze für zweckmäßig halte. Aber er war mutig und stark und hatte eine ganz außergewöhnliche Lust zu dem Unternehmen. Auf SveaDrups Empfehlung kin, besann ich mich deswegen nicht, ihn mitzunehmen. Ich sollte es auch nicht bereuen, obgleich er sein kräftigstes Alter sicher noch nicht erreicht hatte. Er wurde am 16. Februar 1865 in dem Örtchen Grinner geboren, ein wenig südlich von Trana, dem jetzigen SveaDrups schon Besitz.

In seiner Heimat hat er sich hauptsächlich an Forstarbeiten beteiligt, außerdem ist er mehrmals zur See gewesen und hat infolgedessen ein wenig von der Welt gesehen. Er war ein tüchtiger, zuverlässiger Bursche. Und wenn Christian versprochen hatte, irgendetwas auszuführen, so wusste ich stets, dass es getan wurde. Samuel Johannes in Balto ist einen Karasjok ansässiger Lappe.

Er war 27 Jahre alt, als er sich auf die Expedition begab. Er war von mittlerer Größe und hatte eigentlich nichts ausgeprägt Lapplännisches in seinem Äußeren. Er gehörte zu den sogenannten Flusslappen, die gewöhnlich größer von Wuchs sind und stark mit Quänen, Finnen vermischt zu seinen Pflegen. Die meiste Zeit hatte er mit Forstarbeiten verbracht, mehrere Jahre hindurch war er aber auch mit auf Fischfang ausgezogen. Eine Zeit lang hatte er bei den Berglappen gedient und war beim Hüten der Rentiere behöflich gewesen.

So war er unter anderem eine kurze Zeit hindurch Knecht bei Ravna gewesen. Er war ein lebhafter, aufgeweckter Bursche, eifrig bei allem, was er vornahm. Er unterschied sich hierin wesentlich von seinem Kameraden Ravna. Dabei besaß er eine große Ausdauer und war stets bereit, bei allem zu helfen, wodurch er für uns von großen Nutzen wurde. Mit seiner fließenden Zunge und seinem gebrochenen Norwegest war er auch im Wesentlichen das erheiternde Element unserer Expedition.

Ole Nilsen Ravna ist ein Berglappe aus der Karasjok-Gegend und zielte 45 oder 46 Jahre. Er war dessen selber nicht ganz sicher. Sein ganzes Leben lang hat er als Nomade in seinem Zelt gelebt, mit seinen Rentieren auf den finnmärkischen Feldern umherziehend. Seine Rentierherde war vor seiner Reise nach Grönland nicht sonderlich groß, sie zielte zwischen 200 und 300 Tiere. Er war der einzige von der Expedition, der verheiratet war.

Er verließ seine Frau und fünf Kinder. Wie bereits vorher erwähnt, hatte ich keine Ahnung davon. Ich hatte als Bedingung aufgestellt, dass keiner der Teilnehmer verheiratet sein solle. Wie es die Berglappen in der Regel zu sein pflegen, war er bedeutend phlegmatischer als er jüngere Lappe. Er sah es am liebsten, wenn wir uns nicht auf der Wanderschaft befanden, um mit gekreuzen Beinen still in einer Ecke des Zeltes sitzen zu können und nichts zu tun, nachdem er sich vorher gründlich vom Schnee gereinigt hatte.

Selten sah man ihn etwas vornehmen, ohne dass er direkt dazu aufgefordert wurde. Er war sehr klein von Wuchs, aber überraschend stark und ausdauernd, obwohl er sich selbst und seine Kräfte stets zu schonen wusste. Er sprach, besonders zu Anfang der Reise, sehr wenig Norwegisch, aber infolgedessen konnten seine Bemerkungen oft äußerst komisch klingen und große Heiterkeit hervorrufen. Er konnte nichts schreiben und hatte keinen Begriff von einer so modernen Einrichtung wie einer Uhr. Lesen hingegen konnte er, und seine liebste Lektüre war das Neue Testament in lapländischer Sprache, von dem er sich niemals trennen wollte.

Beide Lappen waren, wie sie selbst sagten, nur mitgegangen, um Geld zu verdienen, nicht aus Lust an dem Unternehmen oder an Abenteuern. Sie waren im Gegenteil äußerst bange vor dem Ganzen und ließen sich leicht einschüchtern, was ja kein Wunder ist, wenn man bedenkt, wie wenig sie von vornherein über unsere Pläne unterrichtet waren. Dass sie nicht so in Wissen zurückkehrten, kann man unter anderem aus Balthus-Aufzeichnungen ersehen, von denen auch späterhin einige mitgeteilt werden sollen. Beide Lappen waren übrigens gutartige und liebenswürdige Menschen. Ihre Treue konnte oft etwas Rührendes haben, und ich habe sie mit der Zeit sehr lieb gewonnen.

Ende von Abschnitt 2 Lesen von Jesse Dessau-Rosslau im September 2024

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