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Fünfter Gesang von Bhagavad Gita Des Erhabenen sang Übersetzt von Leopold von Schröder Diese LibriVox-Aufnahme ist in der Public Domain. Fünfter Gesang Arjuna sprach Du lobst Entsagen jeder Tat, Und lobst doch ihre Übung auch. Was ist das Bessere von den Zwei?

Das sage klar entschieden mir. Der Erhabene sprach Entsagen sowie Übung auch der Tat, Sie bringen beide heil. Doch höher als Entsagung noch Wird die Übung der Tat geschätzt. Das ist der stets Entsagende, Der nichts hasset und nichts sich wünscht,

Denn von den Gegensätzen frei Kommt leicht er von der Fessel los. Denken und Andacht Scheiden nur die Toren, Doch die weisen nicht. Wer ganz sich nur dem einen weit, Erlanget aller beider Frucht. Durch Denken und durch Andacht Wird derselbe Standpunkt doch erreicht.

Denken und Andacht sind nur eins, Wer das erkennt, hat Recht erkannt. Doch Entsagung, Großarmiger, Wird ohne Andacht schwer erreicht. Der Weise, der in Andacht lebt, Erreichet auch die Gottheit bald. Der Andacht lebend, reingesinnt, Bezähmend Geist und Sinne ganz, Mit aller Wesen Seele eins, Wird er auch handelnd nicht befleckt.

Ich tu doch nichts, so denken darf Der fromme Wahrheitskundgemann. Ob er auch sieht, hört, fühlt und riecht, Ob er auch isst, geht, atmet, schläft, Ob er auch spricht, entleert, ergreift, Die Augen öffnet oder schließt, Er weiß, die Sinne müssen sich bewegen In der Sinnenwelt. Wer handelt ohne jeden Hang Und all sein Tun der Gottheit weit,

Wird durch das Böse nicht befleckt, Wies Lotusblatt durchs Wasser nicht. Mit ihrem Leib, Sinn und Verstand Und mit den Sinnen ganz allein Tun die Andächtigen jede Tat Ganz ohne Hang, um rein zu sein. Wer fromm aufgibt die Frucht der Tat, Erlangt die höchste Seelenruh. Wer unfrom hängt an dem Erfolg, Wird durch Begehrlich tun verstrickt.

Bewusst aufgebend alles tun, Sein selber Herr sitzt glücklich da In der neuen Torgensstadt der Geist, Nichtstuend, nichts veranlassend. Nicht Täterschaft noch Taten auch schafft er Der Herrscher dieser Welt, Noch den Kontakt von Tat und Frucht, Da waltet vielmehr die Natur. Nicht irgendjemand's Böse noch auch gute Tat Nimmt an der Herr,

Das Wissen liegt in Finsternis, Und dadurch wird der Mensch betört. Doch wem Unwissenheit zerstört Durch Erkenntnis des Atman ist, Des Wissen lässt der Sonne gleich Hell leuchtend schauen das höchste Heil. Dies kennend, mit ihm Wesensgleich, Ruend auf ihm, ergeben ihm, Geht man und kommt nicht wieder her Durch Wissen frei von aller Schuld.

Ein Priester, welcher weiß und fromm, Ein Elefant und eine Kuh, Ein Hund, ein Hundeesser selbst, Dem Wiesen sind sie alle gleich. Die haben hier den Himmel schon, Die ganz gleichmütig sind gestimmt. Sündlos, gleichmütig Brahman ist, Darum in Brahman ruhen sie. Nicht freut er über Liebes sich, Erschricket vor Unliebem nicht.

Wer starken Geistes unbetört, Das Brahman kennt und ruht in ihm, Nicht hängend an der Außenwelt, Findet er in sich selbst das Glück. Wer andachtsvoll nach Brahman strebt, Erlangt ein unvergänglich Glück. Denn der Genuß der Außenwelt Trägt schon in sich des Schmerzes Keim. Wie er entsteht, vergeht er auch, Der Weise freut daran sich nicht.

Wer, ehe er sich vom Körper löst, Den Gier- und Zorngeborenen Drang Zu bezwingen im Stande ist, Der Mann ist fromm und glücklich der. Wer in sich selbst beglückt, Selig, von innerem Licht erleuchtet ist, Der fromme wird zum Brahman selbst Und wird im Brahman ganz verwehen. Im Brahman ganz verwehen sie, Die Weisen, die von Sünden rein

Sich zügelnd, frei von allem Streit An aller Wesen heil sich freuen. Asketen, die den Sinn bezähmt, Von Gier und Zorn sich ganz befreit, Des Atman Wesen kennen, Die sind dem Verwehen in Brahman nah. Sich lösend von der Außenwelt, Starr auf die Nasenwurzel schaunt, Den Hauch und Aushauch, regelnd gleich, Die durch der Nase innes gehen,

Zügelnd die Sinne, Herz und Geist, Ganz der Erlösung zugewandt, Befreit von Wünschen, Furcht und Zorn, So ist für immer er erlöst. Mich kennend als den Herrn der Welt, Dem Opfer und Askese gilt, Der aller Wesen wahrer Freund, Gelangt zum Seelenfrieden er.

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