Chapter 58
Zweiter Teil, zehntes Buch, Teil 3. Von Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit. Dies ist eine LibriVox-Aufnahme. Alle LibriVox-Aufnahmen sind lizenzfrei und in öffentlichem Besitz. Weitere Informationen und Hinweise zur Beteiligung an diesem Projekt
gibt es bei LibriVox.org. Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit. Von Johann Wolfgang von Goethe. Zweiter Teil, zehntes Buch, Teil 3. Ehe ich nun von jenem für mich so bedeutenden und folgereichen Verhältnisse
zu hadern, den Blick hinwegwende, finde ich noch einiges nachzubringen. Es war nichts natürlicher, als dass ich nach und nach in Mitteilung dessen, was bisher zu meiner Bildung beigetragen, besonders aber solcher Dinge, die mich noch in dem Augenblicke ernstlich beschäftigten, gegen hadern immer karger und karger ward.
Er hatte mir den Spaß an so manchem, was ich früher geliebt, verdorben und mich besonders wegen der Freude, die ich an Oviz-Methamorphosen gehabt, aufs strengste getadelt. Ich mochte meinen Liebling in Schutz nehmen, wie ich wollte. Ich mochte sagen, dass für eine jugendliche Fantasie nichts erfreulicher sein könne, als in jenen heitern und herrlichen Gegenden
mit Göttern und Halbgöttern zu verweilen und ein Zeuge ihres Tuns und ihrer Leidenschaften zu sein. Ich mochte jenes oben erwähnte Gutachten eines ernsthaften Mannes umständlich beibringen und solches durch meine eigene Erfahrung bekräftigen. Das alles sollte nicht gelten. Es sollte sich keine eigentliche unmittelbare Wahrheit in diesen Gedichten finden. Hier sei weder Griechenland noch Italien,
weder eine Urwelt noch eine gebildete. Alles vielmehr sei Nachahmung des schon dagewesenen und eine manierierte Darstellung, wie sie sich nur von einem Überkultivierten erwarten lasse. Und wenn ich denn zuletzt behaupten wollte, was ein vorzügliches Individuum hervorbringe, sei doch auch Natur und unter allen Völkern, früheren und späteren, sei doch immer nur der Dichter, Dichter gewesen, so wurde mir dies nun gar nicht gut gehalten und ich mochte manches deswegen ausstehen.
Ja, mein Ovid war mir beinahe dadurch verleidet, denn es ist keine Neigung, keine Gewohnheit so stark, daß sie gegen die Missreden vorzüglicher Menschen, in die man Vertrauen setzt, auf die Länge sich erhalten könnte. Immer bleibt etwas hängen und wenn man nicht unbedingt lieben darf, sieht es mit der Liebe schon misslich aus. Am sorgfältigsten verbarg ich ihm das Interesse an gewissen Gegenständen, die sich bei mir eingewurzelt hatten und sich nach und nach zu poetischen Gestalten ausbilden wollten. Es war Götz von Berlichingen und Faust.
Die Lebensbeschreibung des Erstern hatte mich im Innersten ergriffen. Die Gestalt eines ruhen, wohlmeinenden Selbsthelfers in wilder, anarchischer Zeit erregte meinen tiefsten Anteil. Die bedeutende Puppenspielfabel des anderen klang und summte gar viertönig in mir wieder. Auch ich hatte mich in allem Wissen umhergetrieben und war früh genug auf die Eitelkeit desselben hingewiesen worden. Ich hatte es auch im Leben auf allerlei Weise versucht und war immer unbefriedigter und gequälter zurückgekommen.
Nun trug ich diese Dinge, so wie manche andere, mit mir herum und ergätzte mich daran in einsamen Stunden, ohne jedoch etwas davon aufzuschreiben. Am meisten aber verbarg ich vor Hördern meine mystisch-kabalistische Chemie und was sich darauf bezog, ob ich mich gleich noch sehr gern heimlich beschäftigte, sie konsequenter auszubilden, als man sie mir überliefert hatte. Von poetischen Arbeiten glaube ich ihm, die Mitschuldigen vorgelegt zu haben, doch erinnere ich mich nicht, dass mir irgendeine Zurechtweisung oder Aufmunterung von seiner Seite hierüber zuteil geworden wäre. Aber bei diesem Allen blieb er, der er war. Was von ihm ausging, wirkte, wenn auch nicht erfreulich, doch bedeutend.
Ja, seine Handschrift sogar übte auf mich eine magische Gewalt aus. Ich erinnere mich nicht, dass ich eins seiner Blätter ja nur ein Kuvert von seiner Hand zerrissen oder verschleudert hätte. Dennoch ist mir bei den so mannigfaltigen Ort und Zeitwechseln kein Dokument jener wunderbaren, ahndungsvollen und glücklichen Tage übrig geblieben. Dass übrigens Herr das Anziehungskraft sich so gut auf andere als auf mich wirksam erwies, würde ich kaum erwähnen, hätte ich nicht zu bemerken, dass sie sich besonders auf Jung genannt Stilling erstreckt habe. Das treue, redliche Streben dieses Mannes musste jeden, der nur irgendein Gemüt hatte, höchlich interessieren. Und seine Empfänglichkeit jeden, der etwas mitzuteilen im Stande war, zur Offenheit reizen. Auch betrug sich Herr da gegen ihn nachsichtiger als gegen uns andere, denn seine Gegenwirkung schien jederzeit mit der Wirkung, die auf ihn geschah, im Verhältnis zu steh.
Jungs Umschränktheit war von so viel gutem Willen, sein Vordringen von so viel Sanftheit und Ernst begleitet, dass ein Verständiger gewiss nicht hart gegen ihn sein und ein Wohlwollender ihn nicht verhöhnen noch zum Besten haben konnte. Auch war Jung durch Herr dann der Gestalt exaltiert, dass er sich in allem seinen Tun gestärkt und gefordert fühlte. Ja, seine Neigung gegen mich schien in eben diesem Maße abzunehmen. Doch blieben wir immer gute Gesellen. Wir trugen einander vor wie nach und erzeigten uns wechselseitig die freundlichsten Dienste. Entfernen wir uns jedoch nunmehr von der freundschaftlichen Krankenstube und von den allgemeinen Betrachtungen, welche eher auf Krankheit als auf Gesundheit des Geistes deuten. Begeben wir uns in die freie Luft auf den hohen und breiten Altar des Münsters, als wäre die Zeit noch da, wo wir junge Gesellen uns öfters dorthin auf den Abend beschieden, um mit gefüllten Römern die scheidende Sonne zu begrüßen.
Hier verlor sich alles Gespräch in die Betrachtung der Gegend. Als dann wurde die Schafe der Augen geprüft, und jeder bestrebte sich, die entferntesten Gegenstände gewahrt zu werden, ja deutlich zu unterscheiden. Gute Fernröhre wurden zu Hilfe genommen, und ein Freund nach dem anderen bezeichnete genau die Stelle, die ihm die liebste und werteste geworden, und schon fehlte es auch mir nicht an einem solchen Plätzchen. Das, ob es gleich nicht bedeutend in der Landschaft hervortrat, mich doch mehr als alles andere mit einem lieblichen Zauber an sich zog. Bei solchen Gelegenheiten ward nun durch Erzählung die Einbildungskraft angeregt und manche kleine Reise verabredet, ja oft aus dem Stegreife unternommen, von denen ich nur eine statt vieler umständlich erzählen will, da sie in manchem Sinne für mich folgereich gewesen ist. Mit zwei werten Freunden und Tischgenossen Engelbach und Weiland, beide aus dem unteren Elsass gebürtig, begab ich mich zu Pferde nach Zabern, wo uns bei schönem Wetter der kleine freundliche Ort gar anmutig anlachte.
Der Anblick des bischöflichen Schlosses erregte unsere Bewunderung. Eines neuen Stalles weite Läuftigkeit, Größe und Pracht zeugten von dem übrigen Wohlbehagen des Besitzers. Die Halligkeit der Treppe überraschte uns. Die zimmerte Säle betraten wir mit Ehrfurcht. Nur kontrastierte die Person des Kardinats ein kleiner zusammengefallener Mann, den wir speisen sahen. Der Blick in den Garten ist herrlich, und ein Kanal, dreiviertelstundenlang schnurgerade auf die Mitte des Schlosses gerichtet, gibt einen hohen Begriff von dem Sinn und den Kräften der vorigen Besitzer. Wir spazierten daran hin und wieder und genossen mancher Partien dieses schön gelegenen Ganzen zu Ende der herrlichen Elsasser Ebene am Fuße der Vorgesen. Nachdem wir uns nun an diesem geistlichen Vorposten einer königlichen Macht erfreut und es uns in seiner Region wohl sein lassen, gelangten wir früh den andern Morgen zu einem öffentlichen Werk, das höchstwürdig den Eingang in ein mächtiges Königreich eröffnet.
Von der aufgehenden Sonne beschieden erhob sich vor uns die berühmte Zabener Steige, ein Werk von unüberdenklicher Arbeit. Schlangenweis, über die Vorstallisten Felsen aufgemauert, führt eine Chaussee für drei Wagen nebeneinander breit genug, so leise wie die Strecke. Die Harte und glätte des Weges, die geplatteten Erhöhungen an beiden Seiten für die Fußgänger, die steinernen Rinnen zum Ableiten der Bergwasser, alles ist so reinlich, als künstlich und dauerhaft hergerichtet, dass es einen genügendem Anblick gewährt. So gelangt man allmählich nach Falzburg, einer neueren Festung. Sie liegt auf einem mäßigen Hügel. Die Werke sind elegant, auf schwarzlichen Felsen von gleichem Gestein erbaut. Die mit Kalkweiß ausgestrichenen Fugen bezeichnen genau die Größe der Quadern und geben von der reinigen Arbeit ein auffallendes Zeugnis. Den Ort selbst fanden wir, wie sich's für eine Festung geziemt, regelmäßig, von Steinen gebaut, die Kirche geschmackvoll.
Als wir durch die Straßen wandelten, es war sonntags früh um neun, hörten wir Musik. Man walzte schon im Wurzhause nach Herzenslust, und da sich die Einwohner durch die große Teuerung, ja durch die drohende Hungersnot, in ihrem Vergnügen nicht irre machen ließen, so ward auch unser jugendlicher Frohsinn keineswegs getrübt, als uns der Bäcker einiges Brot auf die Reise versagte und uns in den Gasthof verwies, wo wir es allenfalls an Ort und Stelle verzehren durften. Sehr gern rötten wir nun wieder die Steige hinab, um dieses architektonische Wunder zum zweiten Male anzustaunen und uns der erquickenden Aussicht über das Elsass nochmals zu erfreuen. Wir gelangten bald nach Buchswailer, wo unser Freund Weiland eine gute Aufnahme vorbereitet hatte. Dem frischen jugendlichen Sinne ist der Zustand einer kleinen Stadt sehr gemäß. Die Familienverhältnisse sind näher und fühlbarer. Das Hauswesen, das zwischen lässlicher Amtsbeschäftigung, städtischem Gewerb, Feld- und Gartenbau mit mäßiger Tätigkeit sich hin und wieder bewegt, lädt uns ein zu freundlicher Teilnahme.
Die Geselligkeit ist notwendig, und der Fremde befindet sich in den beschränkten Kreisen sehr angenehm, wenn ihn nicht etwa die Misshelligkeiten der Einwohner, die an solchen Orten fühlbarer sind, irgendwo berühren. Dieses Städtchen war der Hauptplatz der Grafschaft Hanau-Lichtenberg, dem Landgrafen von Darmstadt unter französischer Hoheit gehörig. Eine da selbst angestellte Regierung und Kammer machten den Ort zum bedeutenden Mittelpunkt eines sehr schönen und wünschenswerten, fürstlichen Besitzes. Wir vergassen leicht die ungleichen Straßen, die unregelmäßige Bauart des Orts, wenn wir heraustraten, um das alte Schloss und die an einem Hügel vortrefflich angelegten Garten zu beschauen. Mancherlei Lustwäldchen, eine zahme und wilde Fasanerie und die Reste mancher ähnlichen Anstalten zeigten, wie angenehm diese kleine Residenz ehemals müsse gewesen sein.
Doch alle diese Betrachtungen übertraf der Anblick, wenn man von dem nahe gelegenen Bastberg die völlig paradiesische Gegend überschaute. Diese Höhe, ganz aus verschiedenen Muscheln zusammengehäuft, machte mich zum ersten Male auf solche Dokumente der Vorwelt aufmerksam. Ich hatte sie noch niemals in so großer Masse beisammengesehen. Doch wendete sich der schaulustige Blick bald ausschließlich in die Gegend. Man steht auf dem letzten Vorgebirge nach dem Lande zu.
Gegen Norden liegt eine fruchtbare, mit kleinen Wäldchen durchzogene Fläche, von einem ernsten Gebirge begrenzt, das sich gegen Abend nach Zaborn hin erstreckt, wo man den bischöflichen Palast und die eine Stunde davon liegende Abtei St. Johann deutlich erkennen mag. Von da verfolgt das Auge die immer mehr schwindende Bergkette der Vorgesen bis nach Süden hin. Wendet man sich gegen Nordost, so sieht man das Schloss Lichtenberg auf einem Felsen. Und gegen Südost hat das Auge die unendliche Fläche des Elsasses zu durchforschen, die sich in immer mehr abduftenden Landschaftsgründen dem Gesicht entzieht.
Bis zuletzt die schwäbischen Gebirge schattenweiß in den Horizont verfließen. Schon bei meinen wenigen Wanderungen durch die Welt hatte ich bemerkt, wie bedeutend es sei, sich auf Reisen nach dem Laufe der Wasser zu erkundigen, ja, bei dem kleinsten Bache zu fragen, wohin er denn eigentlich laufe. Man erlangt dadurch eine Übersicht von jeder Flussregion, in der man eben befangen ist, einen Begriff von den Höhen und Tiefen, die aufeinander Bezug haben, und windet sich am sichersten an diesen Leitfäden,
welche sowohl dem Anschauen als dem Gedächtnis zu Hilfe kommen, aus geologischem und politischem Länder gewöhne. In dieser Betrachtung nahm ich feierlichen Abschied von dem teuren Elsass, da wir uns den andern Morgen nach Lothringen zu wenden gedachten. Der Abend ging hin in vertraulichen Gesprächen, wo man sich über eine unerfreuliche Gegenwart durch Erinnerung an eine bessere Vergangenheit zu erheitern suchte. Vor allem andern war hier, wie im ganzen Ländchen, der Name des letzten Grafen Reinhard von Hanau in Segen, dessen großer Verstand und Tüchtigkeit in allem seinen Tun und Lassen hervortrat,
und von dessen Dasein noch manches schöne Denkmal übrig geblieben war. Solche Männer haben den Vorzug doppelte Wohltäter zu sein, einmal für die Gegenwart, die sie beglücken, und so dann für die Zukunft, deren Gefühl und Mut sie nähren und aufrecht erhalten. Als wir nun uns nordwestwärts in das Gebirg wendeten und bei Lützlstein, einem alten Bergschloss in einer sehr hügelvollen Gegend, vorbeizogen und in die Region der Saar und Mosel hinabstiegen, fing der Himmel an sich zu trüben, als wollte er uns den Zustand des raueren Westreiches noch fühlbarer machen.
Das Tal der Saar, wo wir zuerst Bockenheim, einen kleinen Ort antrafen und gegenüber Neusahr werden, gut gebaut, mit einem Lustschloss erblickten, ist zu beiden Seiten von Bergen begleitet, die traurig heißen könnten, wenn nicht an ihrem Fuß eine unendliche Folge von Wiesen und Matten, die Honau genannt, sich bis Saaralben und weiterhin unüberseelig erstreckte. Große Gebäude eines ehemaligen Gestütes der Herzogge von Lothringen ziehen hier den Blick an. Sie dienen gegenwärtig zu solchen Zwecken freilich sehr wohl gelegen als Meierei.
Wir gelangten über Saargemünd nach Saarbrück und diese kleine Residenz war ein Lichterpunkt in einem so felsig-waldigen Lande. Die Stadt, klein und hüglig, aber durch den letzten Fürsten wohl ausgeziert, macht sogleich einen angenehmen Eindruck, weil die Häuser alle grau-weiß angestrichen sind und die verschiedene Höhe derselben einen mannigfaltigen Anblick gewährt. Mitten auf einem schönen, mit ansehnlichen Gebäuden umgebenen Platze steht die lutherische Kirche in einem kleinen, aber dem ganzen entsprechenden Maßstabe. Die Vorderseite des Schlosses liegt mit der Stadt auf ebenem Boden, die Hinterseite dagegen am Abhange eines steilen Felsens.
Diesen hat man nicht allein terrassenweis abgearbeitet, um bequem in das Tal zu gelangen, sondern man hat sich auch unten einen länglich viereckten Gartenplatz durch Verdrängung des Flusses an der einen und durch Abschroten des Felsens an der anderen Seite verschafft, worauf denn dieser ganze Raum erst mit Erde ausgefüllt und bepflanzt worden. Die Zeit dieser Unternehmung fiel in die Epoche, da man bei Gartenanlagen den Architekten zuratezog, wie man gegenwärtig das Auge des Landschaftsmalers zu Hilfe nimmt. Die ganze Einrichtung des Schlosses, das kostbare und angenehme, das reiche und zierliche, deuteten auf einen lebenslustigen Besitzer, wie der verstorbene Fürst gewesen war. Der Gegenwärtige befand sich nicht am Orte. Präsident von Günderode empfing uns aufs Verbindliste und bewachtete uns drei Tage besser, als wir es erwarten durften.
Ich benutzte die mancherlei Bekanntschaften, zu denen wir gelangten, um mich vielseitig zu unterrichten. Das genussreiche Leben des vorigen Fürsten gab Stoff genug zur Unterhaltung. Nicht weniger die mannigfaltigen Anstalten, die er getroffen, um Vorteile, die ihm die Natur seines Landes darbot, zu benutzen. Hier wurde ich nun eigentlich in das Interesse der Berggegenden eingeweiht und die Lust zu ökonomischen und technischen Betrachtungen, welche mich einen großen Teil meines Lebens beschäftigt haben, zuerst erregt. Wir hörten von den reichen Dudweiler Steinkohlengruben, von Eisen- und Alaunwerken, ja sogar von einem brennenden Berge, und rösteten uns, diese Wunder in der Nähe zu beschauen. Nun zogen wir durch waldige Gebirge, die demjenigen, der aus einem herrlichen, fruchtbaren Lande kommt, wüst und traurig erscheinen müssen, und die nur durch den inneren Gehalt ihres Schoßes uns anziehen können.
Kurz hintereinander wurden wir mit einem einfachen und einem komplizierten Maschinenwerke bekannt, mit einer Sensenschmiede und einem Drahtzug. Wenn man sich an jener schon erfreut, daß sie sich an die Stelle gemeiner Hände setzt, so kann man diesen nicht genug bewundern, indem er in einem höheren, organischen Sinne wirkt, von dem Verstand und Bewusstsein kaum zu trennen sind. In der Alaunhütte erkundigten wir uns genau nach der Gewinnung und Reinigung dieses so nötigen Materials, und als wir große Haufen eines weißen, fetten, lockeren, erdigen Wesens bemerkten und dessen Nutzen erforschten, antworteten die Arbeiter lächelnd. Es sei der Schaum, der sich beim Alaunsieden obenauf werfe und den Herr Stauf sammeln lasse, weil er denselben gleichfalls hoffe, zugute zu machen. »Lebt Herr Stauf noch?« rief mein Begleiter verwundert aus. Man bejahte es und versicherte, daß wir nach unserem Reiseplan nicht weit von seiner einsamen Wohnung vorbeikommen wurden.
Ende von 2. Teil 10. Buch Teil 3